Inklusion

Im Schuljahr 2014/15 startete an unserer Schule die erste Inklusionsklasse in einer kooperativen Form mit der Helen-Keller-Schule Maulburg. 22 Schülerinnen und Schüler, davon fünf mit einem sonderpädagogischen Bildungsanspruch, besuchten vier Jahre lang eine Klasse. Grundschullehrer und Sonderpädagogen unterrichteten in den ersten beiden Schuljahren alle Stunden gemeinsam in der Klasse. Dies war ein großer Gelingensfaktor für die Inklusion.

Mit dem Schuljahr 2016/17 entfielen durch mangelnde Fachkräfte im sonderpädagogischen Bereich immer mehr Teamstunden für die Inklusionsklasse. Der Grundstein war jedoch gelegt und mit der engagierten Unterstützung der Unterrichtsassistentin und der Physiotherapeutin wurde das Projekt Inklusion zu einem vollen Erfolg. Der soziale Zusammenhalt innerhalb der Klasse und die gegenseitige Toleranz und Rücksichtnahme unter den Schülerinnen und Schülern waren bemerkenswert! Dabei kamen die fachlichen Kompetenzen nie kurz, alle Kinder hatten am Ende ihrer Grundschulzeit ihre persönlichen Lernziele erreicht und die Grundschule mit Erfolg abgeschlossen.

Eine weitere Inklusionsklasse wurde im Schuljahr 2016/17 gebildet, nun nicht mehr in kooperativer Form, sondern als eigene Klasse der Grundschule Tannenkirch. Drei Kinder mit einem Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot und zwei Kinder mit einem Beratungs- und Unterstützungsangebot besuchen die inklusive Klasse. Die sonderpädagogischen Stunden belaufen sich nun noch auf sechs Wochenstunden und zusätzlichen fünf Stunden von der Fachlehrerin für körperbehinderte Schüler.

Individuelle Fortbildungen der Lehrkräfte im Bereich der Sonderpädagogik, sowie die engagierte Arbeit der Klassenlehrerin und des gesamten Kollegiums, sind entscheidende Gelingensfaktioren für das erfolgreiche inklusive Bildungsangebot an der Grundschule Tannenkirch.

 

Ein zentraler Leitgedanke der Inklusion ist es, Kinder mit und ohne Handicap gemeinsam zu unterrichten. Dies gelingt durch gemeinsame, regelmäßige Besprechungen über den Entwicklungsstand und -fortschritt, sowie die Festsetzung und Überprüfung der individuellen Lernziele und Lernentwicklungen. Lernwegeplanungen ermöglichen es allen Kindern gerecht zu werden, so dass jedes gemäß seinen Begabungen und Voraussetzungen lernen kann.

 

 

Bei der Unterrichtsumsetzung sind dabei individualisierte Lernformen (jeder da, wo er steht) ebenso wichtig wie kooperative Lernarrangements (die Wirksamkeit gemeinsamen Handelns spüren und sich gegenseitig unterstützen).

Durch diese beiden didaktischen Prinzipien werden notwendige Voraussetzungen geschaffen, um der heterogenen Schülerschaft gerecht zu werden.